Dann war da noch…

… Christa Barthels aus Rheine

Sie war mit der Heimleiterin Ruth Heymann befreundet und half bei der Ausbildung der Mädchen in Hauswirtschaft aus. Ihr Mann Martin Barthels unterrichtete Mathematik.

Reisen mit den Mädchen nach Randolins bei St. Moritz wurden unternommen. 1954 erwarb der „Verein für evangelische Heimstätten“ das Randolins-Gelände im Engadin mit fünf einfachen Häusern. Nach viel ehrenamtlicher Arbeit wurden die Häuser eingerichtet. Gleichzeitig wurde ein Jugendzentrum eröffnet. Somit konnten sich auch Jugend-, Sport- und Schulgruppen Freizeit im wunderschönen Engadin leisten.  Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Zentrum zu einem modern Hotelkomplex bei St. Moritz.

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… Die Heimleiterin und Köpke, 1971

Bei der Tagesschau, dem allabendlichen Pflichtprogramm, saßen alle Schülerinnen und auch das Personal zusammen vor dem Fernsehgerät. Pünktlich wurde die Heimleiterin nervös, denn sie wartete auf den einen, ihren ganz bestimmten Lieblings – Tagesschausprecher.  Sobald Karl Heinz Köpke dann erschien: „Guten Abend meine Damen und Herren, Bonn…“ sprang sie von ihrem Sessel auf und trapste eilig zum Fernsehgerät. Nach ausgiebigen Liebesschwüren drückte sie dem Köpke einen langen Kuss auf den Bildschirm. Einen Pantoffelwurf gab s, wenn der Köpke keinen Dienst hatte. Das Publikum auf den Stühlen kicherte, so gab es abends noch etwas Lustiges.

INFO: Karl Heinz Köpke 1922 – 1991

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… Die Wichtelzeit

In der Adventszeit wurde gewichtelt. Das ging so:

Durch zufälliges Zettelchenziehen wurde für jede Schülerin eine andere bestimmt, von der sie dann beschenkt – bewichtelt wurde. Alles geheim und mit Kichern. Das Wichteln konnte ganz unterschiedliche Formen haben. Zum Beispiel war ganz überraschend das Bett zurecht gemacht, wenn ich im Bad war oder eine kleine süße Aufmerksamkeit lag im Zimmer oder die Schuhe waren geputzt und so weiter. Manchmal war ein kleines Gemälde an der Wand befestigt oder ein neuer Bleistift steckte im Etui.

Acht geben musste ich , das ich beim Wichteln nicht „erwischt“ wurde, es machte Spaß, das weiß ich noch, alles war weihnachtlich geheimnisvoll.  Nachteilig war wohl die Tatsache, dass ich im ersten Jahr meine Wichteltätigkeit im Obergeschoss ganz hinten im vorletzten Zimmer ausüben musste. (Mein Zimmer war das Erste unten.) Vorteil beim Wichteln in einer Jugendgruppe ist, auch heute noch, jedes Gruppenmitglied ist gleichgestellt. Am Ende der Adventszeit, also ganz kurz vor Weihnachten erfuhr man erst, wer die ganze Zeit der Schenkende war.

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… Klaus Offenberg und seine Klasse

In den 1960er Jahren lernten einige Schüler in Rheine sogar Schwedenmädchen auf Klassenfeten im Schwedenheim kennen. – (ja, so etwas gab´s) – Manchmal wurden Jungs vom Kopernikus-Gymnasium oder von der Realschule eingeladen – zur Karnevals- oder Weihnachtsfeier. Es wurde natürlich richtige Musik gehört, getanzt, getuschelt, geflirtet und manchmal ergab sich später eine Beziehung.

Wahrscheinlich hat Herbert Glass seine spätere Ehefrau Elke dort kennen gelernt.

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Anm.: Vielleicht erfahren wir mehr darüber… AB

Mit Interesse habe ich die Berichte über das Schwedenheim gelesen, da ich mich noch gut an die Zeit Ende der 60er Jahre erinnere. Da hat meine Klasse vom Kopi mit dem Schwedenheim Tanzkurse veranstaltet. Wir haben auch im Heim Feten gefeiert. War der Raum im ersten Stock? Herbert Glass hat ein Mädchen aus dem Schwedenheim geheiratet.

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Anm.:  Ja, der Raum war im ersten Stock, hier stand später auch das Fernsehgerät usw. Herbert Glass hat vielleicht Elke Eberle geheiratet… AB –

 … „Pasta Schuta“ und „Zeggediner „

Pasta Asciutta schmeckte wohl am allerbesten. Spaghetti mit Hackfleischsoße nach italienischem Rezept in schwedischem Holzhaus.  Das Rezept findet man heutzutage im Internet, auch das Szegediner Gulasch ist gut nachzukochen. Dazu selbstgemachtes Kartoffelpüree oder Knödel, hmm. In den 1970er Jahren waren diese Gerichte unser aller Lieblingsessen. Außerdem esse ich bis heute immer noch gern: Joghurt mit Haferflocken und Zucker. Wisst ihr noch: Kasseler mit Ananas… so war das in der 1970er Jahren.

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… Hildegund Lührs verstorben

Am 11. August 2013 ist die ehemalige Heimleiterin Hildegund Lührs in Rinteln verstorben. Sie wurde 88 Jahre alt, hatte am 3. Juni Geburtstag.

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… Erna Delbrügge

Die Mädchen dort in der Schule habe ich sehr beneidet um ihre Tracht. Ich wollte nach der Schule auch dahin, bin dann aber nach Bethel in die PVS gegangen.

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… Hanna Lay, verh. Utecht

Ich war 1964 – 1965 in der Pflegevorschule. Das letzte der beiden Jahre wurde „Frauenbildungsjahr“ genannt. Damals war Frau Heymann Heimleiterin, auch mit dabei waren“Fräulein“ Rosebrock und „Fräulein“ Ziethen. Mitschülerinnen aus der Zeit waren: Bärbel Sullus, Ella Langschmidt, Manon Arndt, Brigitte… Natürlich erinnere ich mich an Frau Barthels! Ich hatte einmal einen steifen Nacken. Durch ihre äußerst schmerzhafte aber wirksame Massage wurde ich wieder arbeitsfähig geknetet.

Sie und ihr Mann begleiteten uns übrigens 1965 und 1966 auf der Fahrt nach Randolins. 1966 durfte ich noch einmal mitfahren, obwohl ich nicht mehr Schülerin im Schwedenheim war.

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… Hanna Lay, verh. Utecht

In meinem Album habe ich noch einen Hausprospekt gefunden: „Evangelische Heimstätte Randolins, St. Moritz“. Darin heißt es u.a.: „Zwei Häuser für Jugendgruppen – gute Matratzenlager, schöne Aufenthaltsräume, Office für Geschirrbesorgung. Fließend Kaltwasser (!) in den Jugendräumen (Jugendhaus und Chesetta).“ Und weiter: „Sie kommen in eine Heimstätte, nicht in ein Hotel: Die Bedienung ist einfacher, die Essenszeiten sind festgelegt, Sie machen Ihr Bett selber, Sie putzen Ihre Schuhe selber, Toilettentüchlein bringen Sie mit.“ Tja, so war das!
Der Aufenthalt in Randolins war für uns natürlich sensationell, wenn auch die Unterkunft sehr einfach war (siehe oben). Jedenfalls hatten wir viel Spaß, besonders beim Volkstanz.
Das größte Vergnügen hatten wir jedoch beim „Rodeln“. Natürlich hatten wir keinen Schlitten und erst recht keine Skier. So behalfen wir uns mit Kunststoffresten von den umliegenden Baustellen, auf denen während des Winters nicht gearbeitet wurde. Diese „Planen“ wurden mehrfach gefaltet, dann setzten wir uns darauf und ab ging´s! Ein Mordsspaß, sehr zum Leidwesen der Skifahrer, deren Bahnen wir gnadenlos querten!

Es ist ein durchaus zwiespältiges Vergnügen, in die Vergangenheit einzutauchen: Es bringt schöne Erinnerungen, aber ein bisschen Wehmut schwingt auch mit ob der vielen Jahre, die vergangen sind.
Ich würde mich sehr freuen, über die „Schwedenheim-Seite“ alte Bekannte wieder zu finden.

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…Ilse Thomann

Das schwedische Rote Kreuz  hatte  ja das ganze Projekt gestiftet. Wir wurden sehr gut betreut von den Schweden. Es kamen immer riesige Pakete von dort, mit lauter guten Sachen, die es hier noch gar nicht gab,und die wir zum Teil auch noch nicht kannten, z.B. „Haribo“. Nur einmal fanden wir das  Geschenk total „daneben“!
Es kamen 50 karierte Kleider, alle im Dirndl – Stil mit Schürze, nur die Farben waren verschieden: gelb, rot oder blau. Du kannst Dir vorstellen wie „erfreut “ wir waren, alle uniformiert herumzulaufen. Die Dinger verschwanden dann auch ganz schnell in der Versenkung.

Als ich 1951 als 15 jähriges Mädchen nach Rheine kam, war ich eine der ersten Bewohnerinnen des Schwedenheims. Das Haus war eine Spende des Schwedischen Roten Kreuzes als Wohnheim für junge Mädchen. Wir waren damals 50 Mädchen im Alter von 15 – 18 Jahren,und wir machten unsere Ausbildung / Lehre in verschiedenen  Betrieben in der Stadt. Nach Abschluß der Lehre (3 Jahre) mußten wir das  Heim verlassen und auf  „eigenen Füßen stehen.“

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…Hanna Lay, verh. Utecht

Fast 50 Jahre sind inzwischen vergangen: Das letzte Mal sah ich Frau Barthels 1966 während unseres Aufenthaltes in Randolins. Das, was ich wieder zu erkennen glaube, sind die Augen. Und dann stimmt natürlich auch so einiges aus dem Zeitungsartikel mit dem überein, was mir in Erinnerung geblieben ist: dass sie Krankengymnastin war, dass sie schon während meiner Zeit in Rheine malte, und auch ihre Flucht aus der DDR war mir bekannt.

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…Monika Brendel

Ich stand bis ca 1972 mit Manon Arndt in Kontakt. Wir arbeiteten beide in Hannover aber in verschiedenen Krankenhäusern. Ich habe sie im Schwesternwohnheim besucht und habe deswegen keine Adresse.Es könnte im Nordstadt Krankenhaus gewesen sein. Ich bin dann nach Heidelberg gegangen und sie hat geheiratet, wir haben dann nichts mehr voneinander gehört.

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Hanna Lay, verh. Utecht

Ella Langschmidt besuchte mich überraschend vor einigen Jahren während des Unterrichts in „meiner“ Grundschule in Warsingsfehn-Ost in Moormerland. Sie hatte ihre Tochter zum Unterricht in die Freie Christliche Schule Ostfriesland gebracht, die ebenfalls zur Gemeinde Moormerland gehört.

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…Melusine Arnhold, verh.Herrig

Manon war ein sehr apartes gebildetes Mädchen, zurückhaltend und klug. Sie hatte kurze dunkle Haare. Alle Schülerinnen kamen von auswärts, deshalb bestand kein persönlicher Kontakt außerhalb der Pflegevorschule. Weil Manon so sympathisch  war, habe ich sie auch  über Google gesucht, allerdings ohne Ergebnis.
Im vergangenen Herbst waren wir in Rheine und haben gesehen, dass vom Schwedenheim nichts mehr steht.

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…Monika Brendel

Hanna Brunken war nur das letzte Jahr zum Frauenbildungsjahr in Rheine. Ich bin mit ihr befreundet und stehe mit ihr in Kontakt. Mit Irmgard habe ich vorgestern, nach 20 Jahren, telefoniert. 1989 haben wir bei ihr ein kleines Klassentreffen gemacht. Außer mir und Irmgard kamen noch Hanna, Margot und Ursula.
In Kontakt bin ich noch mit Christa Pfitzner, sie war 1962 bis 1964 im Schwedenheim. Mit ihr habe ich auch telefoniert. Sie ist auch noch mit einigen aus ihrem Kurs in Kontakt. (u.a. mit Monika Walkowiak)

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… Monika Walkowiak, verh. Patan

Von der „Königlich-Niederländischen Luftwaffe“ (Garnisonsstadt Rheine) bekamen wir eine Einladung zum Ball. Zwei Offiziere überbrachten die Einladung. Die Teilnehmerinnen wurden von Frau Heymann bestimmt, ich durfte auch. Dann erfolgte erst einmal Anstandsunterricht! Alkohol: nur 1 Likör! Und Tanzen gefälligst mit „gebührendem Abstand“ und wichtig: auf gar keinen Fall Kontakt nach dem Ball. Begleitpersonen aus dem Schwedenheim waren Fräulein Rosebrock und Frau Wiechert? – Wiechels? (Köchin).

In den Jahren 1961/1962 wohnten „Förderschülerinnen“ auf dem Flur 5, kamen sie aus Polen? Ich weiß es nicht mehr. Wer kann sich erinnern? Ihre Lehrerin war Fräulein Dittberner, sie war in jüngeren Jahren an Kinderlähmung erkrankt.

Für Studienfahrten wurde grundsätzlich Busfahrer Weidemann ausgewählt. Der Heimatort von Frau Heymann war Bad Hersfeld, hier hatte ihr Bruder ein Schreibwarengeschäft. Wir besuchten die Stiftsruine, Bad Hersfelder Freilichtbühne, dort wurde „Ein Sommernachtstraum“ von Shakespeare aufgeführt. Wir sahen auch Würzburg und Bamberg, Flughafen Frankfurt, Zoo, Palmengarten, Übernachtung im Haus der Jugend.

Alle 4 Wochen war „Heimsonntag“, d. h. wir durften nicht nach Hause fahren. Morgens war gemeinsamer Kirchgang angesagt, nachmittags gingen wir ordentlich an der Ems entlang und zum Tiergarten.

Am 1. Mai war Wandertag, bei mir ganz besonders beliebt 😦 von Rheine bis zur Surenburg in Riesenbeck und zurück… 18 km! ein Weg.

Gelegentlich wurden die Zimmer auf Sauberkeit – und die Schränke auf Ordnung kontrolliert. Löcher oder fehlendes Gummiband im Schlüpfer – alles begutachtete die Kontrolleurin. Was nicht einwandfrei war, wurde nach dem Abendessen vor aller Augen hochgehalten und an den Besitzer (in den 1970er Jahren nach Bezahlung von 50 Pfennigen) zurückgegeben. Ich empfand das als sehr demütigend… – siehe auch „Waschtag im Schwedenheim“ in Geschichten.

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Adelheid Jansen, verh. Nehring

Zu meiner Zeit im Schwedenheim, 1969-1970, waren die Trachten noch weiß/grau gestreift mit einem weißen Bubikragen zum Anknöpfen und weißer Schürze. Natürlich war die Rocklänge kniebedeckt. Wir versuchten durch hochkrempeln in der Taille die Länge etwas zu reduzieren. Und im Winter waren warme Unterhosen (Liebestöter) Pflicht. Wurde kontrolliert. Heute verstehe ich es, aber damals hätte ich lieber die blaugefrorenen Oberschenkel in kauf genommen.

Oh ja, Kino. Wir waren in „Dr. Schiwago“. 3 Reihen voller weinender Mädchen. Unvergessenes Erlebnis!

Joghurt mit Haferflocken war für mich auch neu und schmeckte mir anfangs nicht, aber später fand ich es sehr lecker. Mmh – und Bircher Müsli und „Pasta Schuta“ waren kulinarische Höhepunkte.

Ich wohne in Karlsruhe und Gabi in Norden. Wir besuchen uns regelmäßig. Gestern bin ich auf der Rückreise von ihr durch Rheine gekommen. Wir sind beide Krankenschwestern geworden. Ich bin gerade in Rente gegangen. Gabi ist noch im Beruf.

Diese Geschichte passt zu Conny, (Conny Walke oder Beate Conrads vielleicht, (eine lange, schlanke Conny)
Wir waren nicht immer brave Mädchen. Kann man sich kaum vorstellen, aber so war´s. Rauchen — streng verboten, und dadurch besonders interessant. Nach dem letzten Durchgang der Erzieherin gingen in vielen Zimmern die Fenster auf. Ich steckte den Kopf mit der Zigarette zum Rauchen seitlich am Rollo vorbei. Einmal hatte ich keine Zigaretten und schlich mich in Connys Zimmer um sie anzupumpen. Sie schickte mich zurück und versprach mir, eine zu bringen. Was sie auch kurze Zeit später tat. Genüsslich steckte ich die Zigarette an und  – peng – das ganze Zimmer voller Funken. Sie hatte einen kleinen Knaller eingebaut. Ich wurde nicht erwischt, aber Conny habe ich nicht mehr gefragt 🙂
Seit 10 Jahren rauche ich nicht mehr!

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…Else Karin Krüger

Schön, dass es die Schwedenheimseite gibt – schreibt Else Karin. Ich habe meine Ausbildung zur Erzieherin an der Fachschule für Sozialpädagogik in Rheine gemacht. Ende 1970 wohnte ich ich in einem Zimmer unten im Flur in der Nähe des Eingangs. Zuvor besuchte ich zusammen mit Elke Gerlach – die ihren Mädchennamen noch führt – eine Pflegevorschule in Marl. Nachdem die Schule schließen musste, kam die ganze Klasse 1968  nach Rheine. Wir waren an den hellblauen Trachten zu erkennen, damals trug man im Schwedenhein wohl grau. Der Unterschied zwischen den beiden Schulen war enorm in Sachen Lehrinhalte und allgemeine Führung.

Ich wohne im Rheinland, bin oft mit Elke zusammen. Ich werde unsere Erinnerungen demnächst zusammenfassen…

AB2014

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