Die Studienfahrt

Eine „Studienfahrt“ sollte unternommen werden, keiner hatte eine Vorstellung, was man auf solch einer Fahrt wohl macht – oder ist es eine ganz normale Klassenfahrt?

Es sollte in den Norden gehen, eine Woche Hamburg oder so. Am Montag, 11. September 1972 ging ´s los, Abfahrt direkt vor der Schule an der Basilikastraße um acht Uhr. Ankunft in der Jugendherberge in Borgwedel an der Schlei, Nähe Schleswig sollte gegen Abend sein.

Während der ganzen Fahrt im Bus lief das Radio, das war für uns schon etwas Besonderes, den ganzen Tag Musik, unglaublich.

Am nächsten Tag stand gleich die Besichtigung des Schleswiger Sankt Petri-Doms mit einem 112 m hohen Turm an. Danach ging die Fahrt zum Emil-Nolde-Museum in Niebüll. Als nächste Punkte zum Einprägen, Aufschreiben und Fotografieren: Meldorfer Dom, Weberei in den Dithmarscher Museumswerkstätten, Neumünster, Bad Segeberg, Lübeck, Marienkirche.

Eine lange Stadtbesichtigung mit den Lübecker Salzgeschichten der Stadt stand dann auf dem Plan, danach hatten wir eine wunderbare Aussicht vom Turm der Sankt Petri-Kirche. Beide „Petri-Kirchen“, Schleswig und Lübeck, sind mit roten Backsteinen erbaut. Das ist uns damals schon aufgefallen, toll, oder? Die alte Kladde von 1972 existiert noch. Dann ging es mit dem Bus weiter nach Ratzeburg und zum Ratzeburger See.

Hier lag die Zonengrenze zur damaligen DDR,  angeschaut, rübergeguckt, ein Fuß hinter den Grenzbalken gesetzt. Das war direkt „gefährlich“! Kurze Rast war in der Seelust-Strandhalle. Besichtigung und Führung im Ratzeburger Dom, später folgte eine Hamburger Hafenrundfahrt, entdeckt wurden  Fernsehturm, Michel, Fußgängerzone, Musik auf der Straße, Alster, Elbe.

Bus-Bordmusik: „Azzuro“ von Peter Rubin und Roy Black und Anita mit „Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt der Igel…“  Wir konnten alles auswendig. Besichtigungen in Lüneburg, Johanneskirche, Nikolaikirche, Michaeliskirche, Rathaus, Heidekutschfahrt durch die lila Landschaft folgten in den beiden Tagen danach.

Für 14jährige Mädchen war zeitweise viel Kunstgeschichte und Stilkunde enthalten, aber lehr- und erlebnisreich war es dann doch, auch die Kirchenbesichtigungen. Schließlich sollte der Ausflug dem kleinem Studium der Baukunst dienen und nicht als Fahrt ins Blaue angesehen werden.

Die Jugendherbergen Inzmühlen in der Heide, 45 km von Hamburg entfernt und die in Borgwedel bestehen auch heute noch, 40 Jahre nach der Reise in den Norden.

A.B.

Ankunft in der Jugendherberge, Studienfahrt September 1972

Ankunft in der Jugendherberge, Studienfahrt September 1972

In der Lüneburger Heide im September 1972

In der Lüneburger Heide im September 1972

Eine Antwort zu Die Studienfahrt

  1. Angelika Böger schreibt:

    Ohhh da kommen Erinnerungen hoch…. Toll das zu lesen und die Bilder zu sehen… Ganz liebe Grüße von Angelika Böger ( Gebhardt) 😍😘

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